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Abizeit:

  • Abi-Note?                  1,4
  • Abi-Jahrgang?          2006

Wie empfand man das Abitur an sich?

Vor dem Abitur kam mir alles total schwer vor. Ich hatte nie Angst nicht zu bestehen, aber ich dachte, einen guten Schnitt zu erreichen um alles studieren zu können, würde ziemlich schwer werden. Wir hatten, glaube ich, eine Woche schulfrei um zu lernen und ich hatte mir vorgenommen jeden Tag vier Stunden zu lernen (was mir total viel vorkam). Hauptsächlich habe ich Mathe gelernt, weil ich wenigstens wusste, was ich dafür lernen sollte. Meistens habe ich alleine gelernt und alle halbe Stunde oder Stunde Pause gemacht, weil ich mich nicht so lange konzentrieren konnte. Außerdem habe ich mit Klassenkameraden besprochen, was sie gelernt haben und vor allem wie, um ein Gefühl dafür zu bekommen was wichtig ist und was nicht.

Postabiturialzeit:

Was genau kam nach dem Abitur?

Da ich schon in der zehnten Klasse ein Jahr im Ausland war, wollte ich direkt nach der Schule mit meinem Studium anfangen. Ich hab mich direkt über die ZVS für Medizin beworben und dann blieb mir nur noch warten. Da ich mir nicht sicher war, ob ich überhaupt einen Platz bekommen würde, wollte ich auch noch nicht mit dem Pflichtpraktikum anfangen. Ich hatte mir überlegt, dass ich das machen könnte, wenn ich noch auf einen Studienplatz warten müsste.Also hab ich ziemlich lange mein Abi gefeiert und war im Urlaub. Jedem, der während der Schulzeit nicht im Ausland war, würde ich empfehlen die Zeit nach dem Abi dafür zu nutzen oder sich zu überlegen, ob man vielleicht ein Auslandssemester machen möchte/kann.

Wie bin ich auf meinen Studiengang gekommen?

Ich wollte eigentlich schon immer Medizin studieren, war mir dann gegen Ende der 12. Klasse aber doch nicht mehr so sicher. Also habe ich angefangen mich nach anderen Fächern/Berufen umzuschauen. Ich habe mit Freunden darüber geredet und meine Eltern genervt und hatte alle paar Tage eine neue Idee, die ich dann immer wieder verworfen habe. Da mich das auch nich weiter gebracht hat, habe ich einen Berufsfindungstest gemacht. Bei diesem Test kamen aber nur Sachen heraus, die ich sofort ausschließen konnte. Nach langem überlegen kam ich dann zu dem Entschluss es doch mit Medizin zu versuchen, da ich das schließlich immer schon machen wollte und es sonst später bestimmt bereuen würde nicht versucht zu haben.

Mein Studiengang = DER Studiengang?

Um meine Jobchancen steht es auf jeden Fall sehr gut. Ärzte werden immer und überall gebraucht. Falls ich es mir noch überlegen sollte und doch keine Ärztin werden möchte ( was bei den derzeitigen Arbeitszeiten und Bedingen nicht so abwegig erscheint), kann ich auch immer noch in die Forschung oder Lehre gehen.

Jetzt geht’s los?

Ich habe mich lange mit meiner Bewerbung beschäftigt, um mich so zu bewerben, dass ich möglichst große Chancen hatte einen Studienplatz zu bekommen. Ich habe mir die Tabellen mit Zulassungsgrenzen im Internet angeschaut und danach die sechs Unis, die man bei der Berwerbung angeben kann ausgewählt. Es gibt immer ein paar beliebte Unis bei denen die Zulassungsgrenze 1,0 oder 1,1 ist, da sich dort so viele Leute bewerben, aber an manchen Unis ging die Zulassungsgrenze bis zu 1,7. Danach gibt es natürlich noch Nachrückverfahren bei denen man auch mit niedrigeren Schnitten eine Chance hat. Ein Jahr nachdem ich angefangen habe wurde außerdem wieder der Medizinertest eingeführt, mit dem man seinen Schnitt noch verbessern kann.

Voll im Studium:

Wie ist die allgemeine Hochschulsituation?

Wir sind ca. 300 Leute in einem Semester, dazu kommen in den meisten Vorlesungen noch die Zahnmediziner ( ca. 50 Leute) und Molekularmediziner (20 Leute). Die Vorlesungsräume sind deshalb auch ziemlich groß, aber da alle Professoren/Dozenten über Mikrophon sprechen und es 2 große Leinwände gibt, habe ich das nie als schlimm empfunden. Die Vorlesungen sind teilweise sehr gut, vor allem in Anatomie, teilweise aber auch sehr schlecht (langweilig oder unstrukturiert und verwirrend). Das hängt natürlich immer vom Thema und dem Dozenten ab.

In den Seminaren sind es meistens 20er Gruppe, was eigentlich zum Lernen und für Referate eine gute Größe ist.

Zu der Organistion an der Uni ist zu sagen, dass ich im ersten Semester die erste Wochen nie sicher war, wohin ich musste oder welche Verantstaltungen ich überhaupt hatte. Es gibt immer viele verschieden Pläne in denen man sich zuerst zurecht finden muss. Letzlich habe ich alle Räume gefunden und alle meine Pflichtverantstaltungen besucht, da ich mich schnell daran gewöhnt habe und es außerdem immer Leute gab, die wussten wo man hin musste. Informiert wird man meistens über email oder man findet die Informationen auf irgendeiner Homepage. Bei uns gibt es zum Glück einen super Semstersprecher, der uns alle Termine und Neuigkeiten per email alle paar Wochen in einem Newsletter schickt.

Was sind deine Fächer?

  • Vorklinik: 1.-4. Semester
  • Physikum= 1. Staatsexamen
  • Klinik: 5.-10 Semester, PJ: 11.-12. Semester
  • Hammerexamen= 2. Staatsexamen

Vorklinik:

1. Semester:

  • Anatomie(Seminar, Vorlesung):
    Sehr interssante Vorlesung,Inhalt hauptsächlich Knochen und Embyologie. Im Seminar bekommt jeder ein Thema zu dem er ein kurzes Referat halten muss. 1 Klausur (Multiple choice)
  • Chemie (Praktikum, Vorlesung):
    3 Teilklausuren. Es haben wider Erwartung fast alle bestanden, obwohl ich es nie für möglich gehalten hatte, da ich Chemie nach der 11. Klasse abgewählt hatte und dementsprechend relativ ahnungslos war.
  • Physik (Praktikum,Vorlesung):
    3 Teilklausuren. Die Chemie und Physik Klausuren wurden bei uns immer an einem Tag direkt hintereinander geschrieben.
  • Biologie (Praktikum, Vorlesung):
    Blockpraktikum (2 Wochen) am Ende des Semesters, 1 Klausur (MC)
  • Terminologie (Seminar, Praktikum):
    Hier lernt man Latein mit Bezug auf die Medizin , außerdem einige Grundlagen der Grammatik (Deklinieren). Das war die einfachste Klausur bisher, die auch diejenigen gut bestanden haben, die kein Latein in der Schule hatten.
  • EKM  (=Erkundung der Klinischen Medizin):
    Alle paar Wochen hatten wir in kleinen Gruppen (20 Leute) EKM in einer Uniklinik. Ärzte haben uns entweder die Klinik gezeigt, einen Vortrag über ihr Fachgebiet gehalten oder uns Patienten vorgestellt. Das war meistens sehr interessant und eine schöne Abwechslung zum Chemie lernen…
  • Humangenetik (Vorlesung):
    Da es keine Klausur gab, war diese Vorlesung schlecht besucht, dennoch interessant.

2. Semester:

  • Histologie (Praktikum, Vorlesung):
    2mal die Woche 3 Stunden Praktikum in dem mikroskopiert und Zeichungen angefertigt werden. 2 Teilklausuren
  • Physiologie (Vorlesung): 3 Teilklausuren
  • Psychologie (Praktikum, Seminar):
    Am Ende des 2. Semesters , jeden Vormittag, 2 Wochen Blockpraktikum, 1 Klausur (MC: diese Klausur bestand aus alten Physikumsfragen)

3.Semester:

  • Anatomie: Präparierkurs: 2 schriftliche Testate, 3 mündliche Prüfungen
    Anatomie war bis dahin das lernaufwendigste Fach und hat das ganze Semester ausgefüllt, deshalb sind alle anderen Fächer sehr stark in den Hintergrund getreten. Zum Präparierkurs an sich ist zu sagen, dass es für mich nicht so schlimm war, wie ich es mir vorgestellt hatte und es den meisten anderen genauso ging. Das war der Kurs, der mir vorher am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat, deshalb bin ich gerne bereit Fragen zu beantworten (so weit ich das kann).
  • Physiologie (Vorlsung, Praktikum): 3 mündliche Prüfungen zum Praktikum
  • Biochemie (Vorlesung): Diese Vorlesung war sehr schlecht besucht, da alle mit Anatomie beschäftigt waren.

4. Semester:

Fächer: Biochmie (Vorlesung, Praktikum, Seminar): 2 Klausuren (MC)

Physiologie (Vorlesung, Seminar): 2 Klausuren (MC)

weiter bin ich noch nicht…………

 

Lernst du eine Fremdsprache?

Man muss, wenn man eine Sprachen lernen möchte, dies freiwillig nebenher machen oder als Wahlfach belegen.Man braucht bis zum Physikum (1. Staatsexamen, nach dem 4. Semester) ein Wahlfach, für das man natürlich auch eine Sprache belegen kann.

Wie hoch ist der Praxisbezug?

Pflichtpraktika:

Vorklinik: 90 Tage Pflegepraktikum in einem Krankenhaus auf einer Bettenstation

Klinik: Famulatur (4 Monate)

PJ : Praktisches Jahr (11. und 12. Semester)

Wie finanziere ich mich?

Es gibt im Moment leider keine andere Quelle, als meine Eltern, da mir bis jetzt die Zeit zum Arbeiten gefehlt hat. An der Uni gibt es ein Büro, in dem man sich über Bafög informieren kann und einem geholfen wird. Außerdem gibt es oft Vorträge von Studenten zu diesem Thema

Es gibt immer wieder Verantstaltungen oder e-Mails in denen wir informiert werden, was von den Studiengebühren bezahlt wird. So wirklich bekommt man das aber nicht mit. Bereiche, in denen ich es bis jetzt bemerkt habe: die Bibliothek, in der aber trotzdem noch zu wenig Bücher stehen und einen neuen Computerraum, den ich letzte Woche entdeckt habe.

Außerhochschulisches:

Wie sieht deine Freizeit aus?

Es gibt natürlich Hochschulsport, Sprachen und Fachschaften und vieles vieles mehr, von dem man nicht immer etwas weiß. Die letzten Semester war ich jedoch ziemlich viel mit Lernen beschäftigt und war in meiner Freizeit eher mit Freunden unterwegs. Ulm ist keine riesige Stadt, deshalb gibt es auch nicht sooo viele Discotheken. Es gibt eher kleinere Clubs und viele Bars, in denen am Wochenende auch ziemlich viel los ist. Außerdem gibt es natürlich immer wieder Uni Partys, die entweder in der Uni oder in Clubs stattfinden, wobei die in der Uni natürlich immer die besten sind 🙂

Im Sommer verbringen wir die meiste freie Zeit an der Donau um ein bisschen Sonne zu tanken.

Ulm – eine Wahnsinnsstadt?

Ich kannte Ulm überhaupt nicht, bevor ich hier angefangen habe zu studieren, jetzt gefällt es mir ganz gut hier und ich fühle mich fast zu Hause. Es ist keine Großstadt, aber auch nicht zu klein und es gibt viele, viele schöne Ecken.

Persönliches Statement:

An der Uni hört man immer wieder :“ich hab gar nichts gelernt in der Schule“, “ ich habe aufs Abi nichts gelernt,…habe 1,0″ oder dann im Bezug auf die Klausuren in der Uni: „auf die Klausur hab ich fast nichts gelernt“, „die Klausur war doch ganz einfach“ und ähnliches. Es ist ganz wichtig zu versuchen, das nicht zu ernst zu nehmen. Manchmal hat man das Gefühl nur von Genies umgeben zu sein und man selber kommt sich total dumm vor, weil man ewig gelernt hat und trotzdem das Gefühl hat, man könnte sich niemals alles merken. Man muss sich immer vor Augen halten, dass  diese Leute entweder überdurchschnittlich intelligent sind, was eine Minderheit ist, oder einfach nur besonders gut da stehen wollen und den Anschein erwecken wollen, dass ihnen alles zufliegt.

Katrin: Medizin-Studium in Ulm