Was soll ich studieren? Wo soll ich studieren? Wie soll ich studieren?

Zu Anfang ist man von den mehr als 16 000 Studiengängen in Deutschland komplett überfordert. Uns ging das damals genauso und es hat einige Zeit gedauert, bis wir das für uns passende Studium gefunden haben. An dieser Stelle möchten wir Euch ein wenig durch den Prozess der Studienwahl führen, um Euch zu helfen, das richtige Studium zu finden. Hierbei ist es empfehlenswert, einer gewissen Struktur zu folgen und sich nicht wahllos auf die Suche nach dem richtigen Studiengang zu begeben.

Wir geben Dir hierbei drei unterstützende Tools an die Hand:

 

Zunächst einmal kann man den Prozess der Studienwahl in drei Schritte untergliedern:

  1. Die Phase der Selbstfindung
  2. Die Phase des Matchings
  3. Die Phase der Entscheidungsvalidierung

Phase 1 der Studienwahl: Die Selbstfindung

In dieser Phase solltet Ihr Euch darüber klar werden, was Euch wichtig ist und was Ihr könnt, was also Eure Stärken, Schwächen und Interessen sind. Es reicht dabei schon erst einmal kurz darüber nachzudenken, in welchen Fächern man gute Noten hatte, welche man überhaupt nicht mochte und was einen wirklich interessiert! Also auch welche Bücher und Zeitungen man gerne liest oder auch einfach worüber man sich gerne mit seinen Freunden unterhält. All dies sind schon erste Indizien. Liest du z.B. am liebsten den Reiseteil in der Zeitung oder doch eher den Wirtschaftsteil? Zappst du beim Fernsehen weg, sobald eine Politiksendung anfängt?

Dies sind erste Einsichten, welche du in den nächsten Schritt mitnehmen kannst. Der Stärken-Schwächen-Test, den wir zusammen mit Campus Compass entwickelt haben, kann Dir hierbei helfen.

Phase 2 der Studienwahl: Das Matching

Dies ist wohl der schwerste Schritt im Entscheidungsprozess. Gleich vorab, es wird Euch kein Studienberater dieser Welt auf Anhieb sagen können: „Studiere BWL in Mannheim an der Uni“. Das wäre einfach mehr als unseriös. In diesem Schritt geht es erst einmal darum, eine Studienrichtung für dich zu finden! Sprich BWL oder Jura oder doch vielleicht Physik? Die Entscheidung ob Uni, FH, oder BA und ob in Mannheim, Hamburg… solltest du in diesem Schritt erst einmal völlig ausblenden.

Es geht nun also darum, die oben erarbeiteten Stärken, Schwächen und Interessen mit den verschiedenen Studienrichtungen abzugleichen. Hierbei gibt es einige unterstützende Tools. Klar kannst du eine private Studienberatung aufsuchen. Aber diese kostet erfahrungsgemäß 500 € und mehr und bringt dich unserer Meinung nach nicht weiter, als wenn du unseren Empfehlungen folgst. Eine Zufriedenheitsstudie der HIS GmbH unterstützt diese These, da gerade einmal 4 % der Schüler, welche private Studienberatungen genutzt haben, dieses Angebot hilfreich fanden (S.30). Also ist es fast schon herausgeworfenes Geld!

Im Internet gibt es einige kostenlose Studieneignungstests, wie das Borakel oder auch was-studiere-ich. Diese sind zwar kostenlos, aber unserer Erfahrung nach nicht so wirklich hilfreich. Mein Ergebnis war hier z.B. Textildesign an erster Stelle, gefolgt von Mediendesign, nur weil ich einmal angekreuzt habe, hin und wieder gerne mal eine Kunstausstellung zu besuchen… Jedoch bin ich in keinster Weise künstlerisch begabt, geschweige denn kreativ. Wenn Ihr diese Tests nutzt, dann rekapituliert auf jeden Fall, was Ihr in Phase 1 erarbeitet habt, so könnt Ihr relativ schnell falsche Ergebnisse aufdecken.

Phase 3 der Studienwahl: Die Entscheidungsvalidierung

Nun weißt du vielleicht ungefähr, welche Studienrichtung für dich interessant sein könnte, aber welcher Studiengang soll es genau sein? Diese Entscheidung ist uns damals auch nicht so einfach gefallen. Es gibt einfach zu viele Variationen. Nehmen wir mal an, Dir wurde z.B. BWL, also Betriebswirtschafslehre empfohlen. Hier gibt es wiederum bestimmt an die 100 Unterkategorien, wie Marketing, Finance, etc. zudem stellt sich immer noch die Frage der Hochschulart, welche wir bis dato noch gar nicht behandelt haben.

In dieser Phase hat uns damals eigentlich allen der direkte Kontakt zu Studenten geholfen. Es gibt auch die Möglichkeit, auf Studiengangsmessen oder auch zu den Studienberatungen der Hochschulen zu gehen, aber ganz ehrlich… Auf den Messen finden sich meist nur private Hochschulen, da öffentliche Hochschulen keine so großen Budgets haben, um auf allen Messen zu sein. Und diese stellen alles schön dar, genauso wie es auch die staatlichen Hochschulen tun. In den Studienberatungen der Hochschulen sitzen meist studiengangsfremde Mitarbeiter, soll heißen z.B. eine Person welche Sozialwissenschfat studiert hat, versucht Euch hier das BWL-Studium zu erklären. Klar wissen die auch viel und können euch allgemein informieren, aber spiegelt dies die Realität wieder?

Wir würden dir in diesem Schritt gerne die folgenden Möglichkeiten nahe legen:

  1. Campus-Compass.eu
    Über Campus-Compass.eu könnt Ihr Fragen ganz einfach und direkt an Studenten verschiedener Studiengänge Eurer Wahl stellen. Sie helfen Euch gerne weiter und geben Euch einen bestmöglichen Einblick in die wahren Anforderungen und Gegebenheiten von Studium und Hochschule. Außerdem könnt ihr einen kostenlosen Studienwahl-Test machen, der euch und eure Freunde und Bekannten mit einbezieht. So beantwortet ihr erst selbst Fragen über euch und dann beantworten eure Freunde die gleichen Fragen über euch. Ihr entdeckt so versteckte Stärken udn vermeidet Fehleinschätzungen.
  2. Erfahrungsberichte
    Auf unserer Seite kannst du auch einige Erfahrungsberichte von Studenten über Ihre Studienwahl und Ihren Studiengang finden. Schau einfach mal rein! Über unsere Vorträge und Schulmessen kannst du außerdem live mit Studenten verschiedener Studienfächer und Universitäten in Kontakt treten! Wir informieren dich gerne im persönlichen Gespräch und/oder organisieren eine Messe an deiner Schule 🙂 (Mehr Infos zu diesem Angebot und unsere Einsatzgebiete findest du hier)
  3. One-week-student
    Bei One-week-student könnt Ihr eine Schnupperwoche bei einem Studenten buchen und direkt mit Ihm den Studienalltag erleben!

Alles in allem kommt es nun wieder darauf an, Eure Interessen, Stärken, Schwächen, aber auch Eure Ziele (z.B. viel Geld verdienen, unabhängig arbeiten, viel reisen…) mit den passenden Studiengängen abzugleichen. Hierbei sei auch gleich gesagt,  dass z.B. Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe an der Uni komplett anders ist, als  an der Uni in Aachen oder in Hannover! Nehmt also Eure Ergebnisse aus Phase 1 und Phase 2 und fangt an Studenten zu Fragen, um Euch passende Eindrücke zu holen, wie das Studium an einer Uni ist, warum ein Student die FH der Uni vorgezogen hat und wieso er z.B. BWL in Mannheim und nicht in München studiert. Lasst Euch hierbei auch sagen, dass die Studienstadt ein sehr wichtiger Faktor ist! Fühlt Ihr Euch in einer Großstadt wohl? Fahrt auf jeden Fall vorher in Eure zukünftige Studienstadt und schaut sie Euch genauer an! Geht dort feiern und schaut wie die Studis so drauf sind. Das ist nämlich auch von Stadt zu Stadt sehr verschieden ;)

Wir hoffen, dass wir Euch hiermit etwas weiterhelfen konnten!  Falls Ihr Fragen habt und euch den persönlichen Kontakt zu Studenten wünscht,  könnt Ihr jederzeit an uns herantreten! 🙂